Was die Säule 3a ist
Die Säule 3a ist die gebundene private Vorsorge. Gebunden heisst: Der Staat begünstigt sie steuerlich, verlangt dafür aber, dass das Geld bis zur Pensionierung liegen bleibt. Einzahlen darf, wer in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt — angestellt oder selbständig.
Der Hebel ist doppelt. Kurzfristig senkt jede Einzahlung Ihr steuerbares Einkommen und damit Ihre Steuerrechnung im gleichen Jahr. Langfristig entsteht ein Guthaben, das genau dort ansetzt, wo die ersten beiden Säulen aufhören: bei der Differenz zwischen dem, was Sie im Ruhestand erhalten, und dem, was Sie brauchen.
Wie viel Sie 2026 einzahlen dürfen
Maximalbeträge Säule 3a 2026
- Mit Pensionskasse: CHF 7'258 pro Jahr und Person
- Ohne Pensionskasse: einkommensabhängig, höchstens CHF 36'288 pro Jahr und Person
Eidgenössisches Finanzdepartement, Stand 1. Januar 2026. Die Beträge werden in der Regel alle zwei Jahre überprüft.
Der Betrag gilt pro Person. Ein Ehepaar, bei dem beide erwerbstätig und einer Pensionskasse angeschlossen sind, kann 2026 zusammen CHF 14'516 einzahlen — und zwar auf zwei getrennte Konten, denn ein gemeinsames 3a-Konto gibt es nicht.
Der höhere Betrag ohne Pensionskasse gilt für Selbständigerwerbende ohne zweite Säule. Er ersetzt dort, was Angestellte über die Pensionskasse aufbauen — und ist deshalb kein Bonus, sondern ein Ausgleich für eine fehlende Säule.
Was nicht nachgeholt werden kann
Der Maximalbetrag ist an das Kalenderjahr gebunden. Wer in einem Jahr nichts oder zu wenig einzahlt, kann das später nicht kompensieren. Massgebend ist zudem der Zeitpunkt der Gutschrift, nicht der Zahlungsauftrag — lösen Sie Einzahlungen im Dezember einige Tage vor dem Jahresende aus.
Was die Einzahlung an Steuern spart
Der einbezahlte Betrag wird vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Wie viel Sie dadurch tatsächlich sparen, hängt von Ihrem Grenzsteuersatz ab — also davon, wie hoch der letzte Franken Ihres Einkommens besteuert wird. Der Grenzsteuersatz ergibt sich aus Wohnort, Konfession, Zivilstand und Einkommenshöhe und unterscheidet sich in der Schweiz erheblich.
| Angenommener Grenzsteuersatz | Ersparnis pro Jahr | Ersparnis in 10 Jahren |
|---|---|---|
| 15% | CHF 1'089 | CHF 10'890 |
| 20% | CHF 1'452 | CHF 14'520 |
| 25% | CHF 1'815 | CHF 18'150 |
| 30% | CHF 2'177 | CHF 21'770 |
| 35% | CHF 2'540 | CHF 25'400 |
Beim Bezug wird das Kapital besteuert, allerdings getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Satz. Unter dem Strich bleibt in aller Regel ein deutlicher Vorteil — vorausgesetzt, der Bezug wird geplant und nicht alles in einem einzigen Steuerjahr ausbezahlt. Dazu mehr unter Staffelung.
Bank oder Versicherung — im Klartext
Die Säule 3a gibt es in zwei Formen: als Konto beziehungsweise Wertschriftendepot bei einer Bank, oder als Police bei einer Versicherung. Beide Formen haben ihre Berechtigung, aber sie lösen unterschiedliche Aufgaben.
| 3a bei der Bank | 3a bei der Versicherung | |
|---|---|---|
| Einzahlung | frei in Betrag und Rhythmus | fixe Prämie, vertraglich vereinbart |
| Anbieterwechsel | jederzeit möglich | nur mit Rückkauf, meist mit Verlust |
| Risikoschutz enthalten | nein | ja, Todesfall und oft Erwerbsunfähigkeit |
| Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit | nein | in der Regel ja |
| Kostenstruktur | transparent, meist tiefer | Abschluss- und Verwaltungskosten, schwerer vergleichbar |
| Passt für | Flexibilität und Kostenbewusstsein | Sparzwang und gebündelten Risikoschutz |
Offenlegung in eigener Sache
Als Vermittler verdienen wir an einer 3a-Police, an einem 3a-Konto hingegen nicht. Deshalb sagen wir es hier ausdrücklich: Wenn Sie keinen zusätzlichen Todesfall- oder Erwerbsunfähigkeitsschutz benötigen und flexibel bleiben wollen, ist das Konto in aller Regel die günstigere Lösung. Eine Police lohnt sich dann, wenn der Risikoschutz gebraucht wird und die Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit einen echten Wert hat — und dann sollte sie mit einer reinen Risikoversicherung plus 3a-Konto verglichen werden.
Erst rechnen, dann entscheiden
Ob und wie viel Säule 3a Sie brauchen, hängt an Ihrer Lücke — nicht an einem Produkt. Die Analyse zeigt Ihnen zuerst die Zahl.
Warum mehrere 3a-Konten sinnvoll sind
Ein 3a-Guthaben lässt sich nur vollständig beziehen — Teilbezüge aus einem einzelnen Konto sind nicht möglich. Wer über Jahrzehnte alles auf ein Konto einzahlt, muss deshalb am Ende die gesamte Summe in einem einzigen Steuerjahr beziehen.
Das ist teuer, weil die Kapitalleistungssteuer progressiv ausgestaltet ist: Je grösser die Auszahlung in einem Jahr, desto höher der Steuersatz auf dem Ganzen. Mehrere Konten erlauben es, die Bezüge über verschiedene Steuerjahre zu verteilen und jeweils in einer tieferen Progressionsstufe zu bleiben.
- Verteilen Sie das Guthaben auf mehrere Konten, statt eines immer weiter wachsen zu lassen.
- Zahlen Sie in einem Jahr jeweils auf ein Konto ein, statt den Maximalbetrag zu splitten — so bleiben die Bestände vergleichbar gross.
- Planen Sie die Bezugsjahre gemeinsam mit dem Bezug aus der Pensionskasse: Auch dieser wird als Kapitalleistung besteuert und addiert sich im selben Jahr.
Wann Sie vorzeitig an das Geld kommen
Die Säule 3a ist gebunden. Ein vorzeitiger Bezug ist nur in gesetzlich abschliessend aufgezählten Fällen möglich:
- Kauf oder Amortisation von selbstbewohntem Wohneigentum
- Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit
- Wechsel der selbständigen Erwerbstätigkeit
- Definitives Verlassen der Schweiz
- Einkauf in die Pensionskasse
- Bezug einer ganzen Invalidenrente der IV
Der ordentliche Bezug ist einige Jahre vor dem Referenzalter möglich; wer darüber hinaus erwerbstätig bleibt, kann ihn aufschieben. Die genauen Fristen bestätigt Ihnen Ihre Bank oder Versicherung schriftlich — sie ergeben sich aus der Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen.
Für den Bezug zugunsten von Wohneigentum gibt es zwei Wege, die sich in ihrer langfristigen Wirkung stark unterscheiden: den Vorbezug und die Verpfändung. Was beides für Ihre Rente und Ihre Tragbarkeit bedeutet, steht auf der Seite Hypothek und Tragbarkeit.
Der Unterschied zur Säule 3b
Die Säule 3b ist die freie private Vorsorge: Sparkonto, Wertschriften, Lebensversicherungen ausserhalb der 3a, Wohneigentum. Sie unterliegt keiner Betragsgrenze und keiner Bindung — dafür gibt es auch keinen Abzug vom steuerbaren Einkommen.
| Säule 3a | Säule 3b | |
|---|---|---|
| Maximalbetrag | CHF 7'258 mit Pensionskasse | keiner |
| Abzug vom Einkommen | ja, vollständig | nein |
| Verfügbarkeit | gebunden, Bezug nur in geregelten Fällen | jederzeit |
| Besteuerung beim Bezug | reduzierter Satz, getrennt vom Einkommen | keine separate Kapitalsteuer |
Die Reihenfolge ist damit in den meisten Fällen klar: Erst die Säule 3a ausschöpfen, dann allenfalls einen Einkauf in die Pensionskasse prüfen, und erst danach frei anlegen. Wie gross Ihr Bedarf überhaupt ist, rechnet die Vorsorge-Analyse in zwei Minuten aus.
