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3. Säule · gebundene Vorsorge

Säule 3a: die Vorsorge, die Sie selbst steuern

Die Säule 3a ist der einzige Teil Ihrer Vorsorge, über den Sie jedes Jahr neu selbst entscheiden. Sie senkt sofort Ihre Steuerrechnung und schliesst langfristig genau jene Lücke, die AHV und Pensionskasse offenlassen. Dieser Beitrag zeigt den Maximalbetrag 2026, die Steuerwirkung, den ehrlichen Vergleich zwischen Bank und Versicherung sowie die Regeln für den vorzeitigen Bezug.

Rechtsstand 1. Januar 2026 · Aktualisiert am

Mann am Schreibtisch gibt abends am Laptop eine Einzahlung ein, daneben ein Beleg

Was die Säule 3a ist

Die Säule 3a ist die gebundene private Vorsorge. Gebunden heisst: Der Staat begünstigt sie steuerlich, verlangt dafür aber, dass das Geld bis zur Pensionierung liegen bleibt. Einzahlen darf, wer in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt — angestellt oder selbständig.

Der Hebel ist doppelt. Kurzfristig senkt jede Einzahlung Ihr steuerbares Einkommen und damit Ihre Steuerrechnung im gleichen Jahr. Langfristig entsteht ein Guthaben, das genau dort ansetzt, wo die ersten beiden Säulen aufhören: bei der Differenz zwischen dem, was Sie im Ruhestand erhalten, und dem, was Sie brauchen.

Wie viel Sie 2026 einzahlen dürfen

Maximalbeträge Säule 3a 2026

  • Mit Pensionskasse: CHF 7'258 pro Jahr und Person
  • Ohne Pensionskasse: einkommensabhängig, höchstens CHF 36'288 pro Jahr und Person

Eidgenössisches Finanzdepartement, Stand 1. Januar 2026. Die Beträge werden in der Regel alle zwei Jahre überprüft.

Der Betrag gilt pro Person. Ein Ehepaar, bei dem beide erwerbstätig und einer Pensionskasse angeschlossen sind, kann 2026 zusammen CHF 14'516 einzahlen — und zwar auf zwei getrennte Konten, denn ein gemeinsames 3a-Konto gibt es nicht.

Der höhere Betrag ohne Pensionskasse gilt für Selbständigerwerbende ohne zweite Säule. Er ersetzt dort, was Angestellte über die Pensionskasse aufbauen — und ist deshalb kein Bonus, sondern ein Ausgleich für eine fehlende Säule.

Was nicht nachgeholt werden kann

Der Maximalbetrag ist an das Kalenderjahr gebunden. Wer in einem Jahr nichts oder zu wenig einzahlt, kann das später nicht kompensieren. Massgebend ist zudem der Zeitpunkt der Gutschrift, nicht der Zahlungsauftrag — lösen Sie Einzahlungen im Dezember einige Tage vor dem Jahresende aus.

Was die Einzahlung an Steuern spart

Der einbezahlte Betrag wird vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Wie viel Sie dadurch tatsächlich sparen, hängt von Ihrem Grenzsteuersatz ab — also davon, wie hoch der letzte Franken Ihres Einkommens besteuert wird. Der Grenzsteuersatz ergibt sich aus Wohnort, Konfession, Zivilstand und Einkommenshöhe und unterscheidet sich in der Schweiz erheblich.

Ersparnis bei einer Maximaleinzahlung von CHF 7'258
Angenommener GrenzsteuersatzErsparnis pro JahrErsparnis in 10 Jahren
15%CHF 1'089CHF 10'890
20%CHF 1'452CHF 14'520
25%CHF 1'815CHF 18'150
30%CHF 2'177CHF 21'770
35%CHF 2'540CHF 25'400
Die Grenzsteuersätze in dieser Tabelle sind Annahmen zur Veranschaulichung und keine Angaben zu einem bestimmten Kanton. Ihren tatsächlichen Satz entnehmen Sie Ihrer Steuerveranlagung oder dem Steuerrechner Ihres Kantons.

Beim Bezug wird das Kapital besteuert, allerdings getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Satz. Unter dem Strich bleibt in aller Regel ein deutlicher Vorteil — vorausgesetzt, der Bezug wird geplant und nicht alles in einem einzigen Steuerjahr ausbezahlt. Dazu mehr unter Staffelung.

Bank oder Versicherung — im Klartext

Die Säule 3a gibt es in zwei Formen: als Konto beziehungsweise Wertschriftendepot bei einer Bank, oder als Police bei einer Versicherung. Beide Formen haben ihre Berechtigung, aber sie lösen unterschiedliche Aufgaben.

3a-Konto und 3a-Police im direkten Vergleich
3a bei der Bank3a bei der Versicherung
Einzahlungfrei in Betrag und Rhythmusfixe Prämie, vertraglich vereinbart
Anbieterwechseljederzeit möglichnur mit Rückkauf, meist mit Verlust
Risikoschutz enthaltenneinja, Todesfall und oft Erwerbsunfähigkeit
Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeitneinin der Regel ja
Kostenstrukturtransparent, meist tieferAbschluss- und Verwaltungskosten, schwerer vergleichbar
Passt fürFlexibilität und KostenbewusstseinSparzwang und gebündelten Risikoschutz

Offenlegung in eigener Sache

Als Vermittler verdienen wir an einer 3a-Police, an einem 3a-Konto hingegen nicht. Deshalb sagen wir es hier ausdrücklich: Wenn Sie keinen zusätzlichen Todesfall- oder Erwerbsunfähigkeitsschutz benötigen und flexibel bleiben wollen, ist das Konto in aller Regel die günstigere Lösung. Eine Police lohnt sich dann, wenn der Risikoschutz gebraucht wird und die Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit einen echten Wert hat — und dann sollte sie mit einer reinen Risikoversicherung plus 3a-Konto verglichen werden.

Erst rechnen, dann entscheiden

Ob und wie viel Säule 3a Sie brauchen, hängt an Ihrer Lücke — nicht an einem Produkt. Die Analyse zeigt Ihnen zuerst die Zahl.

Warum mehrere 3a-Konten sinnvoll sind

Ein 3a-Guthaben lässt sich nur vollständig beziehen — Teilbezüge aus einem einzelnen Konto sind nicht möglich. Wer über Jahrzehnte alles auf ein Konto einzahlt, muss deshalb am Ende die gesamte Summe in einem einzigen Steuerjahr beziehen.

Das ist teuer, weil die Kapitalleistungssteuer progressiv ausgestaltet ist: Je grösser die Auszahlung in einem Jahr, desto höher der Steuersatz auf dem Ganzen. Mehrere Konten erlauben es, die Bezüge über verschiedene Steuerjahre zu verteilen und jeweils in einer tieferen Progressionsstufe zu bleiben.

  • Verteilen Sie das Guthaben auf mehrere Konten, statt eines immer weiter wachsen zu lassen.
  • Zahlen Sie in einem Jahr jeweils auf ein Konto ein, statt den Maximalbetrag zu splitten — so bleiben die Bestände vergleichbar gross.
  • Planen Sie die Bezugsjahre gemeinsam mit dem Bezug aus der Pensionskasse: Auch dieser wird als Kapitalleistung besteuert und addiert sich im selben Jahr.

Wann Sie vorzeitig an das Geld kommen

Die Säule 3a ist gebunden. Ein vorzeitiger Bezug ist nur in gesetzlich abschliessend aufgezählten Fällen möglich:

  • Kauf oder Amortisation von selbstbewohntem Wohneigentum
  • Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit
  • Wechsel der selbständigen Erwerbstätigkeit
  • Definitives Verlassen der Schweiz
  • Einkauf in die Pensionskasse
  • Bezug einer ganzen Invalidenrente der IV

Der ordentliche Bezug ist einige Jahre vor dem Referenzalter möglich; wer darüber hinaus erwerbstätig bleibt, kann ihn aufschieben. Die genauen Fristen bestätigt Ihnen Ihre Bank oder Versicherung schriftlich — sie ergeben sich aus der Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen.

Für den Bezug zugunsten von Wohneigentum gibt es zwei Wege, die sich in ihrer langfristigen Wirkung stark unterscheiden: den Vorbezug und die Verpfändung. Was beides für Ihre Rente und Ihre Tragbarkeit bedeutet, steht auf der Seite Hypothek und Tragbarkeit.

Der Unterschied zur Säule 3b

Die Säule 3b ist die freie private Vorsorge: Sparkonto, Wertschriften, Lebensversicherungen ausserhalb der 3a, Wohneigentum. Sie unterliegt keiner Betragsgrenze und keiner Bindung — dafür gibt es auch keinen Abzug vom steuerbaren Einkommen.

Säule 3a und Säule 3b
Säule 3aSäule 3b
MaximalbetragCHF 7'258 mit Pensionskassekeiner
Abzug vom Einkommenja, vollständignein
Verfügbarkeitgebunden, Bezug nur in geregelten Fällenjederzeit
Besteuerung beim Bezugreduzierter Satz, getrennt vom Einkommenkeine separate Kapitalsteuer

Die Reihenfolge ist damit in den meisten Fällen klar: Erst die Säule 3a ausschöpfen, dann allenfalls einen Einkauf in die Pensionskasse prüfen, und erst danach frei anlegen. Wie gross Ihr Bedarf überhaupt ist, rechnet die Vorsorge-Analyse in zwei Minuten aus.

Weiterführende Seiten

  • Pensionskasse

    Die zweite Säule mit Koordinationsabzug, Umwandlungssatz und den Zahlen auf Ihrem Vorsorgeausweis.

  • Rentenlücke berechnen

    Wie gross der Fehlbetrag pro Monat ist und welche drei Hebel ihn am stärksten verkleinern.

  • Pensionierung planen

    Der Fahrplan über die letzten zehn Jahre — inklusive gestaffeltem Bezug der 3a-Guthaben.

  • Hypothek und Tragbarkeit

    Vorbezug oder Verpfändung des 3a-Guthabens für Wohneigentum — und was beides langfristig kostet.

Häufige Fragen zur Säule 3a

Wie viel darf ich 2026 in die Säule 3a einzahlen?

Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, darf 2026 höchstens CHF 7'258 pro Jahr einzahlen. Ohne Pensionskasse gilt ein höherer, einkommensabhängiger Betrag mit einer Obergrenze von CHF 36'288 pro Jahr. Der Betrag gilt pro Person, nicht pro Haushalt.

Kann ich eine verpasste Einzahlung nachholen?

Der Maximalbetrag ist an das Kalenderjahr gebunden. Wer 2025 nichts einbezahlt hat, kann diesen Betrag 2026 nicht zusätzlich einzahlen. Massgebend ist der Zeitpunkt der Gutschrift bei der Bank oder Versicherung, nicht der Auftrag — Einzahlungen kurz vor Jahresende sollten Sie deshalb einige Tage früher auslösen.

Ist ein 3a-Konto bei der Bank oder eine Police bei der Versicherung besser?

Das Konto ist flexibel: Sie zahlen ein, wann und wie viel Sie wollen, und können den Anbieter jederzeit wechseln. Die Police koppelt das Sparen an einen Risikoschutz und an eine fixe Prämie über viele Jahre; ein vorzeitiger Ausstieg ist meist mit Verlust verbunden. Wer keinen zusätzlichen Todesfall- oder Erwerbsunfähigkeitsschutz benötigt, fährt mit dem Konto in der Regel günstiger.

Warum lohnen sich mehrere 3a-Konten?

Ein 3a-Guthaben muss immer vollständig auf einmal bezogen werden. Mehrere Konten lassen sich in verschiedenen Steuerjahren beziehen. Weil die Kapitalleistungssteuer progressiv ist, senkt diese Staffelung die Steuerlast beim Bezug spürbar.

Wann komme ich vorzeitig an mein 3a-Guthaben?

Ein vorzeitiger Bezug ist nur in gesetzlich abschliessend geregelten Fällen möglich: Kauf oder Amortisation von selbstbewohntem Wohneigentum, Aufnahme oder Wechsel einer selbständigen Erwerbstätigkeit, definitives Verlassen der Schweiz, Einkauf in die Pensionskasse und Bezug einer ganzen Invalidenrente der IV.

Reicht Ihre Säule 3a, um die Lücke zu schliessen?

Die Analyse rechnet Ihre drei Säulen zusammen und zeigt, was eine Maximaleinzahlung bringt.